Studie · KI-Sichtbarkeit

Welchen Immobilienmakler empfiehlt die KI, Bezirk für Bezirk?

Wir haben ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google in sechs Wiener Bezirken dieselbe Frage gestellt. Ergebnis: sechs Bezirke, sechs komplett verschiedene Listen. Die stadtweit bekannten Namen tauchen in keinem einzigen Bezirk auf, und in den meisten Bezirken gewinnt genau eine Firma bei allen vier KIs.

Immer mehr Menschen fragen nicht mehr Google, sondern die KI: „Welcher Immobilienmakler in Döbling ist gut?“ Wer genannt wird, bekommt den Anruf. Wir wollten wissen, ob es die eine Antwort gibt, oder ob sich die Empfehlung Bezirk für Bezirk ändert. Also haben wir vier KIs in sechs Wiener Bezirken befragt.

Das Ergebnis in einem Satz

Sechs Bezirke, dieselbe Frage, sechs komplett verschiedene Makler-Listen. Die stadtweit bekannten Namen tauchen in keinem einzigen Bezirk auf. Und dort, wo eine Firma bei allen vier KIs gewinnt, hat sie immer dasselbe: viele Bewertungen und saubere Verzeichnis-Einträge.

Das Experiment

Am 3. Juli 2026 haben wir aus einem Wiener Browser vier KI-Engines befragt, und zwar in jedem der sechs ausgewählten Bezirke mit wortgleich derselben Frage, nur der Bezirk wurde getauscht:

Die exakte Frage an jede KI, je Bezirk
„Welchen Immobilienmakler in [Bezirk] Wien würdest du empfehlen?“
Engines
ChatGPT, Perplexity, Gemini, Google (Local Pack)
Datum
3. Juli 2026
Standort
Wien, Österreich (echte IP, kein VPN, Free-Tier)
Bezirke
1010 Innere Stadt, 1050 Margareten, 1130 Hietzing, 1190 Döbling, 1210 Floridsdorf, 1230 Liesing
Gewertet
Jede namentlich genannte Maklerfirma pro Bezirk und Engine

Ergebnis 1: Jeder Bezirk ist ein eigenes Spiel

Der klarste Befund vorweg: Es gibt keinen „besten Makler in Wien“, den die KI durchgängig nennt. Sobald man den Bezirk in die Frage schreibt, ändert sich die Antwort komplett. Kein Makler, der in einem Bezirk empfohlen wird, taucht im nächsten wieder auf. Das ist eine Auswahl der Firmen, die die KIs pro Bezirk nennen:

BezirkVon den vier KIs genannt (Auswahl)
1010 Innere StadtOTTO Immobilien, ÖRAG, IMMOTOTAL, Stanzel & Co, Real Immo Wien, VON POLL. Perplexity nennt hier gar keinen konkreten Makler.
1050 Margareten4M Immobilien, OPTIN, Reinberg & Partner, LAGUN Realitäten, Feeling Home
1130 HietzingKlein & Partner, Real Vision, Wohncloud, IMMOTOTAL, REMAX First, CONCREET
1190 DöblingBRI Immobilienmakler, Kaltenegger Real, McMakler, Wolke 7, RT Immobilien, GOLDAS
1210 FloridsdorfRE/MAX Dreams, Perfect Deal, SMK Immo, Carma & Partner, Rustler, Bittendorfer
1230 LiesingSteinhoff, Zellmann, Reischel, Pluskota, EV Immobilien
Welchen Makler die KI dir nennt, hängt fast vollständig davon ab, in welchem Bezirk du fragst. „Wien“ allein gibt es für die KI nicht.

Ergebnis 2: In den meisten Bezirken gewinnt genau eine Firma

Jetzt wird es für Makler interessant. In drei der sechs Bezirke gab es eine Firma, die von allen vier KIs genannt wurde. In zwei weiteren gab es einen klaren Führenden mit drei von vier. Und in einem Bezirk, dem dichten ersten, konnte sich keine einzige Firma durchsetzen.

1050 Margareten4M Immobilien
4/4
1190 DöblingBRI Immobilienmakler
4/4
1230 LiesingSteinhoff / Reischel
4/4
1130 HietzingWohncloud
3/4
1210 FloridsdorfRE/MAX Dreams
3/4
1010 Innere Stadtkein Konsens
0/4
Wie viele der 4 KI-Engines sich pro Bezirk auf dieselbe Spitzenfirma einigen. Im dichtesten Bezirk (1010) gab es keine gemeinsame Empfehlung, in den Aussenbezirken dagegen klare Gewinner.

Und jetzt kommt das eigentlich Wichtige: Die Firmen, die überall gewinnen, haben alle dasselbe Profil. 4M Immobilien in Margareten hat über 1.200 Google-Bewertungen bei 4,9 Sternen. BRI in Döbling sitzt mit 4,9 Sternen direkt im 19. Bezirk und ist in WKO, Herold und ImmoScout gelistet. Steinhoff und Reischel in Liesing dasselbe Bild. Immer beides zusammen: viele frische Bewertungen und saubere Verzeichnis-Einträge. Wer nur eines davon hat, schafft es in eine oder zwei KIs, aber nicht in alle vier.

Im 1. Bezirk, wo die Konkurrenz am dichtesten ist, wollte sich Perplexity nicht einmal festlegen und gab statt Namen nur allgemeine Tipps. Das passt zum Muster: Je dichter der Markt, desto schwerer die klare Empfehlung. Für Makler in den Aussenbezirken ist das eine gute Nachricht.

Ergebnis 3: Jede KI hat ihren eigenen Kopf

Warum sechs verschiedene Welten? Weil jede KI aus einer anderen Quelle liest. Am Beispiel Döbling sieht man es am deutlichsten. Vier KIs, dieselbe Frage, und nur eine einzige Firma (BRI), die es in alle vier Listen schafft:

EngineNennt in Döbling u. a.Stützt sich auf
ChatGPTRT Immobilien, BRI, MAITZ, GOLDAS, RE/MAX TodayGoogle Maps, dibeo.at, Bezirksportale
PerplexityBRI, Alexander Ringsmuth, McMakler, NEUWIRTH, Klemens BraunischImmoScout24, WKO, Herold
GeminiWolke 7, Marschall, Die IMMOREI, BRIGoogle Maps (Karten-Pins + Sterne)
GoogleKaltenegger, McMakler, BRI, Ringsmuth, GOLDAS, RT ImmobilienGoogle Local Pack (Bewertungen)

Quer über alle sechs Bezirke zeigt sich ein klares Muster, welche KI woraus liest:

  • ChatGPT und Google lesen vor allem Google Maps und Bewertungen. Ihre Listen ähneln sich stark und bevorzugen Makler mit vielen Sternen.
  • Perplexity liest fast ausschliesslich Branchenverzeichnisse (ImmoScout24, WKO, Herold, FirmenABC) und nennt darum oft ganz andere Namen als die drei Karten-KIs.
  • Gemini zeigt Google-Maps-Pins mit Sternen und neigt in Toplagen zu ausgezeichneten Häusern (OTTO, IMMOTOTAL, Klein & Partner mit IMMY-Award).

Die Logik ist simpel: Keine Quelle, keine Nennung. Wer in den Quellen einer Engine fehlt, wird von dieser Engine nicht empfohlen, egal wie gut die Firma ist. Das deckt sich mit dem, was grössere Untersuchungen zeigen: ChatGPT empfiehlt insgesamt nur rund 1 von 100 lokalen Betrieben je überhaupt1, und die Engines ziehen ihre Empfehlungen aus fast völlig unterschiedlichen Quellen2.

Was das für Wiener Makler bedeutet

  • Sichtbarkeit ist lokal, nicht firmenweit. Sie können in einem Bezirk bei allen vier KIs vorne stehen und im Nachbarbezirk komplett fehlen. Wer flächig tätig ist, muss pro Zielgebiet sichtbar sein.
  • Es gibt ein Rezept. Die Firmen, die überall gewinnen, haben viele frische Google-Bewertungen und saubere, einheitliche Einträge in den Verzeichnissen, aus denen die KIs lesen. Beides zusammen ist der Eintrittspreis.
  • Jede Engine braucht ihren eigenen Zugang. Ein starkes Google-Profil bringt Sie in ChatGPT, Google und Gemini. Für Perplexity brauchen Sie die Verzeichnisse. Ein einziger Kanal reicht nicht.

Genau das ist Generative Engine Optimization (GEO): dafür sorgen, dass Sie in jeder relevanten KI und in Ihrem Zielbezirk genannt werden. Darauf ist KIGEO spezialisiert.

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Methodik & Quellen

Alle vier Engines wurden am 3. Juli 2026 aus einem Wiener Browser mit der oben zitierten, wortgleichen Frage abgefragt, je eine Antwort pro Bezirk und Engine, im kostenlosen Zugang. Für Google, das auf diese Frage keine KI-Übersicht ausspielt, wurde der lokale Karten- und Ergebnisblock (Local Pack) gewertet. Erfasst wurde jede namentlich genannte Maklerfirma. Es handelt sich um eine Stichprobe, keine Vollerhebung. Die Quellen, auf die sich die Engines dabei stützten, waren im Wesentlichen Google Maps sowie die Verzeichnisse ImmoScout24, WKO Firmen A-Z, Herold und FirmenABC, ergänzt um Bezirksportale wie dibeo.at und BezirksTipp.at. Zum Einordnen herangezogene Untersuchungen:

  1. SOCi, Local Visibility Index 2026, Kontext: ChatGPT nennt über hunderttausende Standorte hinweg nur rund 1,2 Prozent der lokalen Betriebe je in einer Empfehlung (US-Datensatz, Richtwert).
  2. NeuRank, KI-Sichtbarkeits-Studie 2026, Kontext: ChatGPT stützt seine lokalen Empfehlungen zu rund 38 Prozent auf Google Maps, während Perplexity fast ausschliesslich deutschsprachige Verzeichnisse zitiert (deutscher Markt).
  3. Zur Erfassung genutzte Engines und Verzeichnisse: ChatGPT, Perplexity, Gemini, Google Local Pack; ImmoScout24, firmen.wko.at, Herold, FirmenABC, makler-empfehlung.at, willhaben, dibeo.at, BezirksTipp.at.

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